DOI: 10.5281/zenodo.19493828
Untersuchungen zum Vorkommen von Trifluoressigsäure in Weizen und Weizenmehlen
Über das Vorkommen von TFA in Getreide und daraus hergestellten Erzeugnissen ist bislang wenig bekannt. Neue Untersuchungen der biotask AG zeigen: TFA war in allen Proben Weizengetreide und Weizenmehl aus konventionellem Anbau enthalten.
Zusammenfassung
Trifluoressigsäure (TFA) ist ein kurzkettiger Vertreter aus der Gruppe der Per- und Polyfluoralkylsubstanzen (PFAS), die sich aufgrund ihrer guten Wasserlöslichkeit rasch in der Umwelt verbreitet und wegen ihrer schlechten Abbaubarkeit dort verbleibt. PFAS-haltige Pflanzenschutzmittel und fluorierte Kohlenwasserstoffe in Kältemitteln sind mutmaßlich die wichtigsten Vorläufersubstanzen für TFA. Aufgrund des bislang limitierten Wissens gibt es für Lebensmittel derzeit weder gesetzliche Höchstgehalte noch belastbare toxikologische Daten. Über das Vorkommen von TFA in Getreide und daraus hergestellten Erzeugnissen ist bislang wenig bekannt. Die durchgeführten Untersuchungen zielten daher darauf ab, die Datenlage zum Vorkommen von TFA in Weizengetreide und Weizenmehl zu verbessern. Dazu wurden jeweils 30 Proben Weizengetreide aus konventionellem Anbau, Weizengetreide aus biologischem Anbau und Weizenmehl Type 550 aus konventionellem Anbau mittels Flüssigkeitschromatographie-Tandem-Massenspektrometrie auf den Gehalt an TFA untersucht. TFA war in allen untersuchten Proben Weizengetreide und Weizenmehl aus konventionellem Anbau enthalten. Auch in Bio-Getreide war TFA nachzuweisen, allerdings mit niedrigerer Häufigkeit (80% der Proben) und deutlich geringeren Gehalten. Der Einfluss PFAS-haltiger Pflanzenschutzmittel scheint im konventionellen Anbau daher für die TFA-Belastung eine wichtige Rolle zu spielen. Nach derzeitigem Kenntnisstand sind gesundheitliche Beeinträchtigungen auf Basis der gesundheitsbasierten Richtwerte der EFSA nicht zu erwarten.
1. Einleitung
Seit mehreren Jahren wird über erhöhte Gehalte an Trifluoressigsäure (TFA) in Oberflächen-, Grund-, Trink- und Regenwasser berichtet. Es handelt sich dabei um einen kurzkettigen Vertreter aus der Gruppe der Per- und Polyfluoralkylsubstanzen (PFAS) (Abb. 1). TFA ist eine fluorierte Carbonsäure mit zwei Kohlenstoffatomen, die nur schwer abbaubar ist. TFA verbreitet sich aufgrund ihrer guten Wasserlöslichkeit und hochgradigen Persistenz rasch in der Umwelt und verbleibt dort. Sie ist praktisch ubiquitär im aquatischen System anzutreffen [1].
Das Vorkommen von TFA ist hauptsächlich auf anthropogene Eintragswege zurückzuführen. Vor allem gelangt TFA als Abbauprodukt diverser PFAS-haltiger Produkte in die Umwelt. Dazu gehören unter anderem Pflanzenschutzmittel, Kältemittel, Teflon-Beschichtungen, Outdoor-Kleidung, Arzneimittel und Biozide. Der Abbau zu TFA erfolgt in der Luft, im Boden oder im Wasser. Eintragswege in landwirtschaftlich genutzte Flächen sind Niederschläge wie Regen, das Ausbringen von Gülle und die Verwendung PFAS-haltiger Pflanzenschutzmittel [1]. Bei Pestiziden erleichtert die F3C-C-Gruppe die Aufnahme über die Wurzel, sodass ein Effekt mit verringerter Wirkstoffmenge erreicht wird.
Nach aktuellem Wissenstand stellen PFAS-haltige Pflanzenschutzmittel und fluorierte Kohlenwasserstoffe in Kältemitteln wesentliche Haupt-Vorläufersubstanzen für TFA dar. In der EU sind derzeit noch ca. 30 solcher Pflanzenschutzmittel zugelassen, die das Potenzial haben, zu TFA abgebaut zu werden. Dazu gehören die Wirkstoffe Flufenacet, Flonicamid, Diflufenican, Fluazinam und Fluopyram. Insbesondere das Herbizid Flufenacet wurde bislang in größerem Umfang zur Bekämpfung des Ackerfuchsschwanzes bei Wintergetreide eingesetzt. Seine Zulassung lief Ende 2025 aus, mit einer Aufbrauchfrist bis Ende 2026. Ausschlaggebend waren neu nachgewiesene hormonschädigende Eigenschaften des Wirkstoffes Flufenacet sowie neue Erkenntnisse zu den reproduktionstoxischen Eigenschaften seines Abbauprodukts TFA [2, 3].
Für Lebensmittel gibt es aufgrund des bislang limitierten Wissens keinen spezifischen Höchstgehalt für TFA. Belastbare toxikologische Daten sind derzeit nicht verfügbar. Grundsätzlich können potenzielle gesundheitsschädliche Auswirkungen durch die langfristige Aufnahme von TFA jedoch nicht ausgeschlossen werden. Nach bisherigem Kenntnisstand ist die akute Toxizität gering. Insgesamt ist die gesundheitliche Einschätzung bislang sehr uneinheitlich:
Die European Food Safety Authority (EFSA) hat für TFA eine vorläufig akzeptierbare tägliche Aufnahmemenge (ADI) in Höhe von 0,05 mg/kg Körpergewicht festgelegt. Diese wird bei lebenslanger täglicher Exposition als unbedenklich betrachtet [4]. Dem schloss sich kürzlich das deutsche BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung) in einer Mitteilung an. Nach derzeitigem Kenntnisstand seien gesundheitliche Beeinträchtigungen durch den Verzehr von Getreideprodukten mit TFA-Rückständen nicht zu erwarten [5]. Derzeit überprüft die EFSA die gesundheitsbasierten Richtwerte für TFA. So hatte im Sommer 2025 bereits eine öffentliche Konsultation der EFSA stattgefunden. Die neuen Vorschläge sehen einen etwas abgesenkten ADI-Wert von 0,03 mg/kg Körpergewicht und eine akute Referenzdosis (ARfD) von 0,6 mg/kg Körpergewicht vor [6]. Die ARfD ist die Menge eines Stoffes, die bei einmaliger oder kurzfristiger Exposition aufgenommen werden kann, ohne dass ein Gesundheitsrisiko besteht.
Nationale Bewertungen, beispielsweise des Umweltbundesamtes [7] sowie in den Niederlanden und in Belgien, kommen zu erheblich geringeren täglichen akzeptablen Aufnahmemengen, ebenso eine europäische Studie des Pesticide Action Network Europe (PAN), einer Nicht-Regierungs-Organisation (NGO) [8].
Die Europäische Chemikalienagentur ECHA hat 2025 einen Vorschlag zur Einstufung von TFA als „fortpflanzungsgefährdend, sehr persistent und sehr mobil“ veröffentlicht. Für solche Schadstoffe gilt ein Grenzwert von 0,1 µg/L für Gewässer, auch Trinkwasser. Dieser wird in Wässern oft deutlich überschritten [1].
Das Wissen über das Vorkommen von TFA in Getreide und daraus hergestellten Erzeugnissen ist bislang noch limitiert. Für Weizenwurzeln konnte in wissenschaftlichen Studien gezeigt werden, dass TFA leicht von diesen aufgenommen und in Stroh, Blätter und Körner verlagert werden kann [1].
Öffentliches Aufsehen hat 2025 eine Studie der österreichischen Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 erregt [9]. Darin wurde das Vorkommen von TFA in 38 Getreideprodukten untersucht: Brot, Kekse, Nudeln, Frühstücksflocken, Cornflakes, Getreide und Mehl, jeweils zur Hälfte aus biologischer und konventioneller Landwirtschaft. Alle Erzeugnisse enthielten TFA mit sehr unterschiedlichen Gehalten (0,013 mg/kg – 0,42 mg/kg; Mittelwert: 0,119 mg/kg). Bei konventionellen Produkten (Median: 0,165 mg/kg) lagen die Gehalte 3,5-fach höher als bei biologischen Produkten (Median: 0,047 mg/kg). Zu dieser Studie muss angemerkt werden, dass Proben mit unterschiedlicher, zum Teil sehr komplexer Zusammensetzung untersucht wurden, was keine gesicherte Aussage über die tatsächliche Belastung des enthaltenen Getreides zulässt.
Im Dezember 2025 veröffentlichte PAN eine Studie über das Vorkommen von TFA in 66 Proben von Getreidemehlen, Broten und Kleingebäcken, Feinen Backwaren und Nudeln aus 16 europäischen Ländern [8]. In 82% der Proben war TFA vorhanden. Die Gehalte lagen zwischen 0 mg/kg und 0,360 mg/kg (Mittelwert: 0,079 mg/kg; Median: 0,04 mg/kg). Weizenhaltige Erzeugnisse wiesen signifikant höhere TFA-Gehalte auf als andere getreidehaltige Erzeugnisse.
Um die bisherige Datenlage bei Weizengetreide und Weizenmehl zu verbessern, sollte im Rahmen des durchgeführten Projektes das Vorkommen von TFA in Weizenkörnern (konventionell und bio) und in Weizenmehlen der Type 550 untersucht werden.
2. Material und Methoden
2.1 Analytik
TFA wurde nach Extraktion mittels Flüssigkeitschromatographie-Tandem-Massenspektrometrie (LC-MS/MS) detektiert und gegen den isotopenmarkierten internen Standard [13C2]-TFA quantifiziert. Die Identifizierung erfolgte anhand der spezifischen Massenübergänge sowie der Retentionszeit für den Analyten und den isotopenmarkierten Standard. Zur Bestimmung der Wiederfindung und für die laufende Qualitätskontrolle wurden bei jeder Probenserie negative Proben auf zwei unterschiedlichen Konzentrationsstufen mit dem Analyten dotiert und ebenfalls analysiert. Die Wiederfindung über die gemessenen Probenserien lag zwischen 100% und 110%. Über einen Laborvergleich mit einem weiteren Labor wurde die Zuverlässigkeit der Methode verifiziert. Die Bestimmungsgrenze für TFA lag bei 0,05 mg/kg. Für die Auswertung wurde der sogenannte lower-bound-Ansatz gewählt, bei dem Gehalte unterhalb der Bestimmungsgrenze als „nicht nachweisbar“ (0 mg/kg) in die Auswertung einflossen. Abb. 2 zeigt ein typisches Chromatogramm mit den Massenspuren von TFA und [13C2]-TFA.
2.2 Proben
Insgesamt wurden 90 Proben Weizengetreide und Weizenmehl Type 550 auf die Gehalte an TFA untersucht, wobei drei Gruppen gebildet wurden: Weizengetreide aus konventionellem Anbau (n=30), Weizengetreide aus biologischem Anbau (n=30) und Weizenmehle Type 550 aus konventionellem Anbau (n=30). Die Proben stammten aus unterschiedlichen Regionen Deutschlands sowie aus Österreich und der Schweiz. Die Mehrzahl der Proben stammte aus der Ernte 2025, der Rest aus der Ernte 2024.
Für die statistische Auswertung der Daten wurde ein zweiseitiger t-Test mit jeweils zwei Produktgruppen (z. B. Getreide konventionell vs. Getreide bio) durchgeführt, um zu prüfen, ob sich die Mittelwerte der Daten signifikant unterscheiden. Der Wahrscheinlichkeitswert (p-Wert) zeigt an, ob zwischen den Datenreihen signifikante Unterschiede bestehen (p < 0,05) oder nicht (p ≥ 0,05).
3. Ergebnisse und Diskussion
3.1 Nachweishäufigkeit und Gehalte von TFA
Die Nachweishäufigkeit von TFA war hoch. Bezogen auf alle Proben betrug sie 93%, bezogen auf die jeweiligen Probengruppen lag sie bei:
100% für Weizengetreide konventionell (n=30)
80% für Weizengetreide biologisch (n=30)
100% für Weizenmehl Type 550 konventionell (n=30)
In Abb. 3 sind die TFA-Gehalte der einzelnen Probengruppen dargestellt. Konventionell erzeugtes Weizengetreide wies die höchsten Gehalte auf, gefolgt von den Mehlen. Bio-Getreide war am wenigsten belastet. Der t-Test zeigte, dass sich die Gehalte an TFA in Weizengetreide und Weizenmehl aus konventionellem Anbau nicht signifikant unterschieden (p=0,12). Demgegenüber waren die Unterschiede zwischen konventionell erzeugtem und Bio-Getreide signifikant (p < 0,01). Gleiches gilt für den Unterschied zwischen Weizenmehl und Bio-Getreide (p < 0,01).
Daraus kann geschlossen werden, dass bei Bio-Getreide die Eintragswege für TFA offensichtlich auf Umwelteinflüsse wie beispielsweise Regen zurückzuführen sind. Im Gegensatz dazu kann vermutet werden, dass bei konventionell erzeugtem Getreide hauptsächlich der Einsatz PFAS-haltiger Pflanzenschutzmittel für die höheren TFA-Gehalte mitverantwortlich sein kann. Durch die Vermahlung zu Mehl wird offenbar nur eine geringe, statistisch nicht signifikante Reduktion der TFA-Gehalte erreicht.
Da bei der Zusammenstellung der Proben deren Herkunft dokumentiert wurde, war eine Auswertung der Ergebnisse in Abhängigkeit von der Region möglich. Abb. 4 zeigt die regionalen TFA-Gehalte bei Weizen aus konventionellem Anbau. Es deutet sich ein Nord-Südgefälle an. Obwohl bei der Interpretation der Daten angesichts der begrenzten Probenzahlen Vorsicht geboten ist, passen die Befunde zu den langjährigen Ergebnissen im Europäischen Getreidemonitoring EGM, bei dem eine erhöhte Nachweishäufigkeit von Pflanzenschutzmitteln in den Regionen Nord-Ost und Nord-West festgestellt wurde. Diese Vermutung wird durch eine Studie des Umweltbundesamtes gestützt, nach der in diesen Regionen höhere TFA-Bildungspotenziale aus Pflanzenschutzmitteln vorhanden sind als in südlicheren Regionen [1]. Für die untersuchten Weizenmehle aus konventionellem Anbau ergab sich für die regionalen Gehalte ein vergleichbares Bild (Abb. 5). Für die regionalen TFA-Gehalte in Bio-Getreide deutet sich ebenfalls ein Nord-Südgefälle an (Abb. 6). Diese Gehalte könnten durch Umwelteinflüsse zustande kommen, die tatsächliche Ursache ist jedoch bislang unbekannt.
3.2 Gesundheitliche Bewertung
In Tabelle 1 sind die ADI-Werte verschiedener Organisationen und Länder sowie deren prozentuale Ausschöpfung bei zwei Verzehrs-Szenarien zusammengefasst. Die am stärksten gefährdete Bevölkerungsgruppe sind Kleinkinder von 2 bis unter 4 Jahren mit einem durchschnittlichen Körpergewicht von 16,15 kg [10]. Für die Aufnahme wird einerseits von einem TFA-Gehalt in Höhe des 75. Perzentils der in dieser Studie gemessenen Proben (0,245 mg/kg) ausgegangen, andererseits wird der bei Risikoabschätzungen häufig angewendete Wert für das 95. Perzentil verwendet (0,393 mg/kg). Für den derzeit gültigen ADI-Wert der EFSA für TFA von 0,05 mg/kg Körpergewicht [4] und dem 75. Perzentil der TFA-Gehalte ergibt sich eine Ausschöpfung des ADI von 2,0% bei längerfristigem durchschnittlichen täglichen Verzehr von Weizenmehl (= 65,2 g) und 5,8% bei der Kurzzeitaufnahme (=191 g). Die Abschätzung mit dem vorgeschlagenen, abgesenkten ADI-Wert der EFSA von 0,03 mg/kg [6] ändert an dieser Bewertung grundsätzlich nichts. Hier wird der ADI-Wert zu 3,3% bzw. 9,8% ausgeschöpft. Auch die vorgesehene akute Referenzdosis ARfD von 0,6 mg/kg Körpergewicht würde nur zu einem Bruchteil (ca. 0,5%) ausgeschöpft. Anders ausgedrückt müsste ein Kind mit einem Körpergewicht von 16,15 kg etwa 39 kg Weizenmehl verzehren, um die ARfD zu erreichen. Wird das 95. Perzentil der TFA-Gehalte zugrunde gelegt, so ergibt sich bei Anwendung der ADI-Werte der EFSA eine maximale Ausschöpfung des ADI-Wertes von 15%
Andere Organisationen und Länder legen ihren Riskoabschätzungen deutlich niedrigere ADI-Werte zugrunde. Je nach Szenario wird der ADI-Wert des Umweltbundesamtes zwischen 5,5% und 26% ausgeschöpft (Tabelle 1). Die deutlich niedrigeren ADI-Werte von Flandern, PAN und den Niederlanden können je nach Szenario zu Überschreitungen des jeweiligen ADI-Wertes führen. Der in den Niederlanden vorgeschlagene ADI-Wert von 0,00032 mg/kg wird je nach Datengrundlage und Verzehrsvariante um den Faktor 3 bis 14,5 überschritten. Allerdings ist bei solch niedrigen ADI-Werten Vorsicht geboten, weil sie aus Wasseruntersuchungen abgeleitet wurden und nicht aus Untersuchungen mit herkömmlichen Lebensmitteln. Diese Betrachtungen zeigen, dass derzeit noch eine große Unsicherheit hinsichtlich der gesundheitlichen Relevanz von TFA besteht.
Tabelle 1: ADI-Werte verschiedener Länder und Organisationen und deren prozentuale Ausschöpfung bei zwei Verzehrs-Szenarien für Weizenmahlerzeugnisse. Die am stärksten gefährdete Bevölkerungsgruppe sind Kleinkinder von 2 bis unter 4 Jahren mit einem Körpergewicht von 16,15 kg [10].
Ausschöpfung des ADI (%) | ||||||
75. Perzentil | 95. Perzentil | |||||
ADI (mg/kg KG) | Langzeitaufnahme | Kurzzeitaufnahme | Langzeitaufnahme | Kurzzeitaufnahme | ||
EFSA (2014) [4] | 0,05 | 2,0 | 5,8 | 3,2 | 9,3 | |
EFSA (2025) [6] | 0,03 | 3,3 | 9,7 | 5,3 | 15 | |
Umweltbundesamt [7] | 0,018 | 5,5 | 16 | 8,8 | 26 | |
Flandern [8] | 0,0026 | 38 | 111 |
| 61 | 179 |
PAN [8] | 0,0018 | 55 | 161 |
| 88 | 258 |
Niederlande [8] | 0,00032 | 309 | 905 | 496 | 1452 | |
ADI: Acceptable Daily Intake; EFSA: European Food Safety Authority; KG: Körpergewicht; PAN: Pesticide Action Network – 75. Perzentil aller untersuchten Proben: TFA-Gehalt 0,245 mg/kg – 95. Perzentil aller untersuchten Proben: TFA-Gehalt 0,393 mg/kg – Langzeitaufnahme (durchschnittliche Verzehrsmenge): 65,2 g Weizenmahlerzeugnis/Tag [10] – Kurzzeitaufnahme (Verzehrsmenge): 190,9 g Weizenmahlerzeugnis [10] – Körpergewicht Kleinkind (Alter ≥2 - < 4 Jahre): 16,15 kg [10]
4. Schlussfolgerungen
Die in dieser Studie erhaltenen Ergebnisse zeigen, dass TFA in allen untersuchten Proben Weizengetreide und Weizenmehl aus konventionellem Anbau enthalten ist. Auch in Bio-Getreide ist TFA nachzuweisen, allerdings mit niedrigerer Häufigkeit (80% der Proben) und deutlich geringeren Gehalten. Der Einfluss PFAS-haltiger Pflanzenschutzmittel scheint im konventionellen Anbau durchaus eine wichtige Rolle für die TFA-Belastung zu spielen. Diese ersten grundlegenden Untersuchungen sollten durch zusätzliche Analysen erweitert werden. Nach derzeitigem Erkenntnisstand sind gesundheitliche Beeinträchtigungen auf Grundlage der gesundheitsbasierten Richtwerte der EFSA nicht zu erwarten.
Danksagung
Die Autoren bedanken sich beim Verband der Getreide-, Mühlen- und Stärkewirtschaft VGMS e.V. für die Finanzierung der Untersuchungen über Fondsprojekte im Rahmen des Europäischen Getreidemonitorings EGM. Dank auch dem Team der Firma biotask AG, Esslingen, für die sorgfältig durchgeführten Untersuchungen.
Literatur
1. Umweltbundesamt: Trifluoracetat (TFA): Grundlagen für eine effektive Minimierungsstrategie schaffen – Räumliche Analyse der Eintragspfade in den Wasserkreislauf, 01.07.2023. https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11850/publikationen/102_2023_texte_tfa_v2.pdf. Abgerufen am 18.02.2026.
2. Umweltbundesamt: PFAS-haltige Pestizide in der Landwirtschaft, 16.05.2025. https://www.uba.de/n117106de. Abgerufen am 18.02.2026.
3. EFSA: Peer review of the pesticide risk assessment of the active substance flufenacet. EFSA Journal 2024;22:e8997. doi: 10.2903/j.efsa.2024.8997.
4. EFSA: Reasoned opinion on the setting of MRLs for saflufenacil in various crops, considering the risk related to the metabolite trifluoroacetic acid (TFA). EFSA Journal 2014;12(2):3585, 58. doi:10.2903/j.efsa.2014.3585
5. Bundesinstitut für Risikobewertung: Trifluoressigsäure (TFA) in Getreideprodukten: Nach derzeitigem Kenntnisstand sind gesundheitliche Beeinträchtigungen nicht zu erwarten. Mitteilung Nr. 957/2015 vom 10.12.2025. https://www.bfr.bund.de/assets/01_Ver%C3%B6ffentlichungen/Mitteilungen_deutsch/trifluoressigsaeure-tfa-in-getreideprodukten.pdf. Abgerufen am 18.02.2026.
6. EFSA’s risk assessments on PFASs. https://www.efsa.europa.eu/sites/default/files/2025-12/2_EFSA_PFAS.pdf. Abgerufen am 18.02.2026.
7. Umweltbundesamt: Ableitung eines gesundheitlichen Leitwertes für Trifluoressigsäure (TFA). https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/5620/dokumente/ ableitung_ eines gesundheitlichenleitwertes_fuer_trifluoressigsaeure_fuer_uba-homepage-20250731.pdf. Abgerufen am 20.02.2026.
8. Pesticide Action Network: Unseen and Unregulated: TFA, the “forever chemical” in Europe’s Cereal. Dezember 2025. https://www.pan-europe.info/sites/pan-europe.info/files/public/resources/reports/04122025_%20Report_TFA%20in%20cereals%20report.pdf. Abgerufen am 18.02.2026.
9. Global 2000: Die Ewigkeits-Chemikalie im täglichen Brot. 28.05.2025. https://www.global2000.at/publikationen/tfa-im-getreide. Abgerufen am 18.02.2026
10. Banasiak, U.; Heseker, H.; Sieke, C.; Sommerfeld, C.; Vohmann, C.: Abschätzung der Aufnahme von Pflanzenschutzmitteln-Rückständen in der Nahrung mit neuen Verzehrsmengen für Kinder (VELS-Studie). Bundesgesundheitsblatt 2005, 48: 84-98.